Workshop

OER - neue Formate und Ressourcen zur Zusammenarbeit

Ziel

Eine bebilderte Text-Vorlage im Format MS-Word in ein E-Book im Format EPUB3 übertragen und den Inhalt mit OER-Metadaten charakterisieren.

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Formatumwandlung

Absicht: Erkennen, dass textbasierte Formate (insbesondere HTML) für OER vorteilhaft sind (nicht nur weil durch deren Nutzung die Anforderungen an OER erfüllt werden können, sondern weil sie auch die Nutzung der OER auf mobilen Geräten unterstützen).

Offene Lehrmittel sollten idealerweise als Texte in HTML produziert und publiziert werden (Webseiten). Vorlagen im Format MS-Word (.docx) können auf einfache Weise in HTML umgewandelt werden. Dazu stehen kostenlose Online-Werkzeuge zur Verfügung (z.B. cloudconvert). Um Vorlagen im Format Apple Pages in HTML umzuwandeln, ist der Umweg über den Export in das Format MS-Word empfehlenswert.

Vorlagen:

Hinweis: Die Bilder müssen entweder als separate Dateien vorliegen und im HTML-Text referenziert werden (<img src="...">), oder in Text im Format base64 umgewandelt und in den HTML-Text eingebunden werden (<img src="data:image/png;base64,...">, siehe auch Data-URI-Generator für Inline-Grafiken).

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Bearbeitbare Grafiken

Absicht: Erkennen, dass Grafiken in OERs als Vektorgrafiken eingebunden sein müssen, um sie bearbeiten zu können. Scalable Vector Graphics (SVG) als geeignetes Standardformat für Vektorgrafiken im Web kennenlernen.

Pixelgrafiken lassen sich nur mit Qualitätsverlust vergrössern und sie lassen sich in der Regel nicht bearbeiten. Eine Vektorgrafik ist eine textbasierte Beschreibung der Grafik. Das Programm, mit dem die Grafik auf dem Bildschirm dargestellt werden soll (bei Webseiten der Browser) interpretiert den Text und erzeugt die Grafik dynamisch. D.h. beim Vergrössern oder Verkleinern der Grafik zeichnet das Programm die Grafik - entsprechend skaliert - neu.

Das Standard-Format für Vektorgrafiken im Web ist SVG (Scalable Vector Graphics). Jedes vernüftige Grafikprogramm bietet die Möglichkeit, Grafiken im Format SVG zu speichern. Und mittlerweile unterstützen alle Browser diesen Standard.

Als kostenloses Standard-Programm für das Erstellen und Bearbeiten von Vektorgrafiken im Format SVG eignet sich Inkscape.

Vorlage:

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Interaktivität

Absicht: Erkennen, dass OERs im Format HTML (Webseiten) auch interaktive Elemente (Programme) enthalten können.

Mit JavaScript können Webseiten zu Programmen erweitert werden. Derartige Programmelemente machen OERs interaktiv (z.B. Zuordnungsaufgaben, Multiple Choice Aufgaben, dynamische Anzeige von Musterlösungen, Simulationen, interaktive Grafiken, usw.).

Vorlage:

Hinweis: Im selfhtml-Wiki gibt es gut verständliche Tutorials für Anfänger und Fortgeschrittene.

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Metadaten

Absicht: Die Metadaten-Problematik diskutieren; das Element LearningResource von schema.org als Möglichkeit zur Formulierung von Metadaten für OERs kennenlernen und nutzen.

Damit Lehrpersonen OERs finden und rasch erkennen können, ob sich diese für den eigenen Unterricht eignen, sind Metadaten nötig. Metadaten beschreiben den Inhalt und dessen Intention.

Ein Standard für OER-Metadaten ist LRMI (Learning Resource Metadata Initiative).

Für das Einbinden der LRMI-Metadaten in Webseiten existieren entsprechende Metadaten-Elemente im Vokabular schema.org. Als Kernelement bietet sich das Element LearningResource an.

Die Elemente von schema.org können in unterschiedlichen Formaten in Webseiten eingebunden werden. Empfehlenswert (und am einfachsten) ist es, das Format JSON-LD (JavaScript Object Notation - Linked Data) zu verwenden.

Vorlage:

Hinweis: Der Learning Resource Metadata Editor vereinfacht das Formulieren passender Metadaten für OERs.

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Ein E-Book produzieren

Absicht: EPUB3 als Standardformat für multimediale, interaktive E-Books kennenlernen; erkennen, dass ein E-Book im Format EPUB3 eine in ein ZIP-Archiv verpackte Website ist.

Ein offenes Lehrmittel in Form einer (oder mehrerer) Webseite(n) kann auf Geräten mit ganz unterschiedlichen Bildschirmgrössen mühelos gelesen werden (im Gegensatz zu PDF-Dokumenten). In der Regel ist dazu aber eine aktive Verbindung mit dem Internet nötig. "Packt" man die Webseite(n) in ein E-Book im Format EPUB3, ist auch eine Offline-Nutzung auf ganz unterschiedlichen Geräten möglich.

Als kostenloses Standard-Programm für die Produktion von E-Books im Format EPUB3 eignet sich Sigil.

Hinweis: Wenn die Vorlage bereits in HTML vorliegt, können die entsprechenden HTML-Texte einfach in Sigil übernommen werden. Eventuell müssen die HTML-Texte geringfügig angepasst werden, weil EPUB3 Texte im Format XHTML (Extensible Hypertext Markup Language) erfordert. In XHTML müssen alle Sprachelemente (tags) abgeschlossen sein (z.B. <hr/> anstatt nur <hr>). Im selfhtml-Wiki sind die Unterschiede zwischen XHTML und HTML erläutert.

Hinweis: Ein E-Book im Format EPUB3 hat die Dateiendung .epub. Leider lassen sich so E-Books im Format EPUB3 nicht von E-Books im Format EPUB2 (auf dem heutigen Markt die Mehrzahl) unterscheiden. Das Format EPUB2 unterstützt (standardmässig) keine multimedialen und keine interaktiven Elemente.
Aber beide Formate stellen eine "gepackte" Website dar, d.h. ein ZIP-Archiv. Um die Website mit den Webseiten, den Cascading Style Sheets (CSS), den Bildern und Grafiken und gegebenenfalls den JavaScripts, Audio- und Video-Dateien zu extrahieren (und zu nutzen), kann die Dateiendung .epub des E-Books in .zip umbenannt werden. Mit einem geeigneten Programm kann die Datei danach entpackt werden.

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